Welche Normen und Vorschriften sind bei einem Blower-Door-Test maßgebend?

EnEV 2014 – Energieeinsparverordnung 2014

(Auszug)

§ 6 Dichtheit, Mindestluftwechsel

(1)
Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Wird die Dichtheit nach Satz 1 überprüft, kann der Nachweis der Luftdichtheit bei der nach § 3 Absatz 3 und § 4 Absatz 3 erforderlichen Berechnung berücksichtigt werden, wenn die Anforderungen nach Anlage 4 eingehalten sind.

(2)
Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

Weitere Informationen rund um die Energieeinsparverordnung finden Sie hier.

DIN EN 13829 – Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden

Die Differenzdruck- bzw. Blower Door Messung muss nach den Bestimmungen der DIN EN 13829 vom Februar 2001 durchgeführt werden.
Hierbei werden grundsätzlich zwei Verfahren zur Messung unterschieden, die sich maßgeblich in der Vorbereitung der Gebäude, der sogenannten Gebäudepräparation, unterscheiden.

Das Verfahren A dient dazu, das Gebäude im Nutzungszustand zu untersuchen. Das Verfahren B dient dazu, speziell die Gebäudehülle zu prüfen.
Oft wird davon ausgegangen die unterschiedlichen Verfahren unterscheiden sich durch den Zeitpunkt der Messung. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, da die Unterschiede insbesondere darin bestehen, wie mit vorhandenen Öffnungen umgegangen wird. Welche Öffnungen werden nur geschlossen? Welche Öffnungen werden abgedichtet?

Seit der jüngsten Novelierung der EnEV (2014) wird gemäß Anlage 4. das Verfahren B fest vorgeschrieben.

Der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e. V. hat hierzu Checklisten entwickelt, die wir Ihnen gerne zur Vorbereitung anbieten möchten.

Checkliste nach Verfahren A – Gebäude im Nutzungszustand
Checkliste nach Verfahren B – Prüfung der Gebäudehülle

DIN 4108-7 (August 2001)

Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs-und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele

(Auszug)

4.4 Anforderungen an die Luftdichtheit

Werden Messungen der Luftdichtheit von Gebäuden oder Gebäudeteilen durchgeführt, so darf der nach DIN EN 13829:2001-02, Verfahren A, gemessene Luftvolumenstrom bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa
– bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen:
– bezogen auf das Raumluftvolumen 3 h-1 nicht überschreiten oder
– bezogen auf die Nettogrundfläche 7,8 m³/(m²h) nicht überschreiten
– bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen (auch Abluftanlagen)
– bezogen auf das Raumluftvolumen 1,5 h-1 nicht überschreiten oder
– bezogen auf die Nettogrundfläche 3,9 m³/(m²h) nicht überschreiten

– Die volumenbezogene Anforderung gilt allgemein. Bei Gebäuden oder Gebäudeteilen, deren lichte Geschosshöhe 2,6 m oder weniger beträgt, darf alternativ die nettogrundflächenbezogene Anforderungsgröße benutzt werden.

Die Einhaltung der Anforderungen an die Luftdichtheit schließt lokale Fehlstellen, die zu Feuchteschäden infolge von Konvektion führen können, nicht aus.

Aus Urheberrechtsgründen können wir hier nur einen kleinen Teil der Norm darstellen. Die vollständige DIN -Norm können Sie beim Beuth-Verlag erwerben.

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Kommentare: 4

  1. 1

    Volker Kinzig 10.11.2014 um 20:51 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir sprechen doch hier von einer Leckrate, die normalerweise als Massenstrom pro Zeiteinheit angegeben werden sollte.
    Wie ist die Angabe “3 h-1” zu verstehen? Die dreifache Luftwechselrate des Volumens innerhalb der Gebäudehülle pro Stunde?
    Viele Grüße
    Volker Kinzig

    Antworten
  2. 2

    Sönke C. Skär 10.11.2014 um 21:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kinzig,

    Sie haben Recht, der Volumenstrom wird pro Zeiteinheit 1/h angegeben. Und das bei einem Referenzdruck von 50 Pascal. Man spricht hier also von dem sogenannten n50-Wert der besagt wie oft pro Stunde (1/h) bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal sich die Luft im Prüfraum austauscht.

    Ein n50 Wert von 3,0 1/h besagt demnach, dass sich die Luft bei einem Druckunterschied von 50 Pascal zwischen innen und außen dreimal pro Stunde austauscht.

    Um es besser greifen zu können was 50 Pascal sind, können Sie sich einen Druck von 5kg/m2 vorstellen.

    Ich hoffe Ihnen Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe mit besten Grüßen,

    Sönke C. Skär

    Antworten
  3. 3

    Dirk Lammers 23.02.2016 um 10:14 Uhr

    Mein Haus ist gemessen worden, habe eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Also ist ein Wert von 1,5 zu erreichen, es ist aber ein Wert von 1,62 gemessen worden.
    Ist die Messung jetzt gültig? Ich habe gelesen das man Prozentual etwas drüber liegen darf, wenn ja wie viel?

    Antworten
  4. 4

    Sönke C. Skär 23.02.2016 um 21:02 Uhr

    Sehr geehrter Herr Lammers,

    es gibt neben den öffentlich-rechtlichen Vorschriften wie der aktuellen EnEV und den DIN-Normen 4108 Teil 7 vom Januar 2011 und der DIN 13829 vom Februar 2001 auch Fördergeber die eigene Grenzwerte zur Luftdichtheit festlegen. Diese liegen teilweise noch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

    Für Gebäude bis zu maximal 1500m³ Prüfvolumen gelten nach EnEV folgende Grenzwerte:

    n50= 1,5 [h/-1] für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen
    n50= 3,0 [h/-1] für Gebäude mit ohne raumlufttechnische Anlagen

    Für größere Gebäude ab 1500m³ Prüfvolumen gelten folgende Grenzwerte:

    n50= 2,5 [h/-1] für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen
    n50= 4,5 [h/-1] für Gebäude mit ohne raumlufttechnische Anlagen

    Es gibt sogenannte Unsicherheiten aufgrund verschiedener Messbedingungen die im Normalfall kleiner 15% liegen. Bei windigem Wetter kann die Unsicherheit bis +/- 40% betragen.

    Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Messung damit den Grenzwert einhält und ein Zertifikat ausgestellt wird.

    Der ermittelte n50-Wert ohne die Unsicherheiten ist maßgebend.

    Ein z.B. ermittelter n50-Wert von 1,5 +/-15% = max-n50 1,73 [h/-1] gilt als eingehaltener Grenzwert.
    Ein n50-Wert von 1,62 +/- Unsicherheit hat den Grenzwert für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen überschritten selbst wenn beispielsweise durch Abzug der der Unsicherheit der Wert unter die 1,5 [h/-1] rutscht.

    Erfahrungsgemäß sind bei Ihrem Ergebnis die Leckagen aber schnell in den Griff zu bekommen und der Wert ist unter die 1,5 [h/-1] zu drücken. In der Regel kann dies noch während dem Messtermin durch zunächst provisorische Abdichtung erreicht werden.

    Konkret zu Ihren Fragen:
    >> Ist die Messung jetzt gültig?
    Auch eine Messung die den Grenzwert nicht einhält ist, wenn sie nach den entsprechenden Richtlinien durchgeführt wurde, gültig. Das Ergebnis ist nur negativ und es kann kein Zertifikat erteilt werden. Damit verlieren Sie ggfs. Zuschüsse.

    >> Ich habe gelesen das man Prozentual etwas drüber liegen darf, wenn ja wie viel?
    Wo haben Sie dies denn gelesen? Mir ist nichts dergleichen bekannt.

    Ich hoffe Ihnen Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe mit besten Grüßen,

    Sönke C. Skär

    Antworten

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